Die Anfänge des Museums sind mit den Namen Alois Jaronik, Jaroslav
Jaronik und Jiri Fiala verbunden, die es ab 1924 als Freilichtmuseum der wallachischen
Volksarchitektur, das älteste dieser Art in den böhmischen Ländern und das
ausgedehnteste in Mitteleuropa, anzulegen begannen. Es entstand in liebevoller Arbeit
über mehrere Jahrzehnte. Die ersten Bauten wurden hierher vom Roznover Marktplatz
gebracht. Man bewahrt hier die traditionelle Kultur, die Sitten, die Kunst
und die Lebensweise der Walachen. Unwiederbringliches wurde hier gesammelt, restauriert
und ausgestellt. Die Ausstattungen sind bis ins kleinste Detail authentisch. Es ist
eines der ältesten Freilichtmuseen in Europa. Mehr als 120 Denkmalsobjekte, vor allem
Holzbauten aus dem 17. bis 19. Jh. befinden sich auf einer wirklich riesigen
Fläche.
Zu einer neuen Erweiterung des Freilichtmuseums kam es in den 60er Jahren, als
am Hang oberhalb der Stadt aus in der Umgebung zusammengetragenen Bauten im Stil des
karpatenländischen gezimmerten Hauses ein wallachisches Dorf entstand.
Für den Besuch sollte man mindestens einen ganzen Tag einplanen. Empfehlenswert ist
es, an einer der informativen (auch deutschsprachigen) Führungen teilzunehmen.
Ein paar erste Eindrücke erhalten Sie mit unserer Diashow. Bitte Klicken
Sie auf das Bild.
Diashow
Das sehr sehenswerte Walachische Freilichtmuseum
besteht aus drei Teilen:
1. dem Holzstädtchen mit einer Kopie der Vogtei von
1793, einer Holzkirche aus dem 17. Jahrhundert und dem ursprünglichen Roznover Rathaus
von 1770.
2. dem Mühlengrund - hier sind die Exponate der
Wäscherolle mit Pferdeantrieb, Hammer, u.s.w. aufbewahrt. Der Besuch dauert etwa ein
halber Tag bei laufender Besichtigung. Es ist möglich sich jedoch nur einen Teil
auszuwählen und damit die Besichtigungszeit zu verkürzen.
3. dem Walachischen Dorf, wo sich einige
ursprüngliche Bauernhäuser befinden, in denen viele lebensnotwendige Gegenstände
und Arbeitsmittel dieser Gegend aus den vergangenen Jahrhunderten untergebracht
sind.
Das "Holzstädtchen", repräsentiert die Wohnweise und das Kulturniveau der
Bürger, des Vogts und der Handwerker aus dem Gebiet von Roznov und der Walachei. Hier
wurden Originalhäuser wieder aufgebaut und Rekonstruktionen nach alten Plänen erbaut.
Sowohl die alten Häuser mit originaler Einrichtung als auch die Rekonstruktion
einer Kirche aus dem 17. Jahrhundert und verschiedene Handwerksbetriebe
können besichtigt werden. Das Gasthaus "Zum letzten Groschen", wo außer
gängigen Gerichten auch walachische Spezialitäten angeboten werden, stammt aus dem Jahre
1678. Die Sammlung der Bienenstöcke mit Ausfluglöchern in Form von geschnitzten
Gesichtern ist wohl einmalig (Bild links unten).
Der "Mühlengrund" besteht aus einer vom Wasser angetriebenen Mühle, einem
Sägewerk, einer Walke, einer Ölpresse und einem Hammerwerk. Es finden laufend
Vorführungen zur Arbeitsweise dieser technischen Einrichtungen statt.
Die sogenannte Tomek-Mühle stammt
ursprünglich aus der Ortschaft Velke Karlovice im Podtate-Tal. Sie wurde zusammen mit der
Walk- und der Sägemühle ins Walachische Freilichtmuseum versetzt. Erbaut wurde sie nach
der Mitte des 18. Jahrhunderts von Jan Tomek für die Herrschaft Valasske Mezirici -
Roznov. In der Mühle hatten die Fronbauern ihre Naturalleistungen abzuliefern.
Das "Walachische Dorf" ist das Modell einer Gemeinde am Ende des 18.
Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Gestaltung des weitläufigen Terrains
bezieht die Objekte im Rahmen der Natur möglichst getreu ihrer ursprünglichen
Platzierung ein. Neben vielen Wohngehöften steht dort auch eine Mühle, eine Schmiede,
eine Schule aus dem 19. Jahrhundert, sowie kleine Handwerksbetriebe.
Es werden auch veschiedene Tiere (Schafe, Ziegen, Enten) als lebendige Proben der
Landwirtschaft auf traditionelle Art gehalten. Auf den Äckern werden traditionelle
Fruchtpflanzen (Staudenkorn, Spelz, Buchweizen, Fenchgras, Hirse, Hanf und typische
walachische Obstgehölze) angebaut.
Häufig finden in allen Teilen des Museums auch Kulturveranstaltungen statt.
Dazu finden Sie hier noch weitere Fotos.
Es werden Bräuche, traditionelle Handwerkskunst, Volkslieder und Volkstänze vorgeführt.
Zu diesem Zweck wurde im "Hölzernen Städtchen" die Janik-Scheune aufgebaut.
Sie ist die frei nachempfundene Kopie einer Scheune aus der Roznover Gegend, welche als
Saal für 250 Zuschauer vor allem für Folkloreveranstaltungen dient.
Schauen Sie sich doch noch eine kleine Flash-Diashow von unserem Besuch zum Schnitzertag
an. Hier gibt es noch eine Diashow.